VDR: Glück allein reicht nicht für 2021 - Ignoranz verhindert das Ende der Pandemie
Der Verband der Deutschen Realschullehrer (VDR) im dbb kritisiert die Bundespolitik für die wankelmütigen Entscheidungen und die nicht vorhandene Langfriststrategie in der Corona-Pandemie (COVID-19) in Schulen:
"Glück allein reicht nicht!
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Nr. 01/2021
03. Januar 2021
Ignoranz verhindert schnelles Ende der Corona-Pandemie
Böhm (VDR) fordert für die Schulen bundesweit klare Linie: Inzidenzwerte müssen entscheiden
Angesichts der Entwicklungen der Pandemie warnt Jürgen Böhm,
Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR), die
Verantwortlichen davor, die in der Gesellschaft geltenden
Hygienemaßnahmen des RKI an den Schulen nach dem 10. Januar weiter zu
ignorieren und fordert endlich klare Linien.
„Die Verantwortlichen müssen endlich erkennen, dass Inzidenzwerte und
Abstandsregeln auch an den Schulen umgesetzt und eingehalten werden
müssen!“, bekräftigt Böhm. „Ein 7-Tage-Inzidenzwert von 50 war und ist ein sinnvoller Grenzwert, zu dem in allen Jahrgangsstufen ab 5 verbindlich Wechselunterricht
gelten muss.“ Über einem Wert von 50 sei es für die Gesundheitsämter
kaum möglich die Infektionsketten nachzuvollziehen.
Ab einer Fallzahl von 100 sollten die Schulen laut Böhm in den Distanzunterricht wechseln.
Die Schulen seien zum Großteil auf diese Situation vorbereitet und
könnten Unterricht im Wechselmodell oder in Distanz gut organisieren und
durchführen. Vor Ort habe man nach den gegebenen Möglichkeiten die
Hausaufgaben erledigt und sich flexibel auf verschiedene Situationen
eingestellt – zumindest soweit es die vorhandenen Rahmenbedingungen
zuließen.
„Dieses Engagement und den enormen Einsatz der Schulen nun mit den
Füßen zu treten und gänzlich zu missachten, kommt einem Affront gleich,
der die Brisanz der Lage verkennt. In einigen Bundesländern will man
immer noch nicht verstehen, dass es auch an den Schulen ein
Infektionsgeschehen gibt und sich Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte
dort anstecken. Diese Tatsache wird mit einer Ignoranz und Arroganz unterschätzt, dass einem fast die Worte fehlen“, stellt der Bundesvorsitzende klar.
Zudem müssten auch die Abstandsregeln an Schulen
gelten: „Es kann nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler auf
engstem Raum im Klassenzimmer über mehrere Stunden zusammensitzen,
obwohl dies grundsätzlich in geschlossenen Räumen nicht erlaubt ist und
trotz Maske ein Abstand von 1,50 m einzuhalten ist.“ Es sei absolut naiv
zu glauben, dass ein Lüftungskonzept, das daraus besteht, nach 20
Minuten die Fenster für ein paar Minuten zu öffnen und das selbst dem
Arbeitsschutz nicht mehr genügt, ausreiche, um die Kinder und
Jugendlichen hinreichend zu schützen.
Auch könne es nicht sein, dass Quarantänemaßnahmen an Schulen nicht
durchgesetzt werden oder dass Tests nicht mehr durchgeführt werden, nur
um die Statistiken zu schönen. „So erreicht man das Ende der Pandemie
nicht so schnell, wie wir es uns wünschen“, so der Bundesvorsitzende.
Böhm verweist zudem auf die Lernplattformen, die in den verschiedenen
Bundesländern häufig mehr schlecht als recht angeboten werden. „Die
Schulen brauchen praktikable Möglichkeiten, um ihren Unterricht und auch
Leistungserhebungen in einem rechtlich gesicherten Raum abzuhalten.“
„Im Grunde sind unsere Forderungen seit Monaten klar: Wechselunterricht
ab einer Inzidenz von 50, Distanzunterricht ab 100, eindeutige
Abstandsregeln auch an Schulen, rechtssichere und zuverlässige
Lernplattformen und kein Abrücken von der Qualität der Abschlüsse“, fasst Böhm zusammen."
Quelle: VDR im dbb, URL: https://www.vdr-bund.de/presse.aspx?id=112